Historisches
Der Ursprung des Raku steht in engem Zusammenhang mit dem Zen-Buddhismus
und der Tee-Zeremonie in Japan.
Tee als Getränk ist seit Jahrtausenden bekannt, vor allem als Gesundheitsgetränk.
Mit der Ausbreitung des Buddhismus seit dem 1.Jhdt. n. Chr. nahm der Tee an Bedeutung zu.
Unter den Buddhisten formte die Zen-Schule ein bis in das kleinste Detail ausgearbeitetes
Tee-Ritual.
Mit dem Bedürfnis nach bestimmten Schalen entwickelte sich die Raku Keramik.
Diese keramische Technik entstand im frühen 16. Jhdt. und hat sich im wesentlichen
bis heute erhalten.
Der Töpfer Chojiro (1516 - 1592) übernahm die Technik von seinem Vater,
einem koreanischen Töpfer,
der sich in Kyoto angesiedelt hatte. Unter dem Einfluss seines Freundes und
Teemeisters Sen-no Rikyu widmete er sich ganz der Herstellung von Teeschalen,
wobei Rikyu in diesen Schalen ein Beispiel für Natürlichkeit und Einfachheit erkannte,
die ganz dem Geist des Zen entspricht.
Er prägte die japanische Teezeremonie in ihrer noch heute gültigen Form.
Diese Schalen stehen in scharfem Gegensatz zu den chinesischen Keramiken,
die bis dahin Verwendung fanden.
Der Diktator Tojo-tomi Hideyoshi ehrte Chojiro, indem er ihm ein Goldsiegel
mit der Inschrift "Raku" verlieh.
Das Wort "Raku" bedeutet ins Deutsche
übersetzt "Wohlgefühl", "Freude" oder "Glück".
Neben Teeschalen wurden später auch andere Gefäße für die Tee-Zeremonie
in der Raku-Technik hergestellt.
Teedosen, Wassergefäße, Behälter für Räucherstäbchen,
Blumenschalen; besondere Beachtung
fand weiterhin die Teeschale.
Auf der Weltausstellung 1878 in Paris wurde erstmals japanische Raku-Ware
einem breiten Publikum vorgestellt,
zunächst allerdings sehr negativ beurteilt.
Als roh und minderwertig und in der Herstellung primitiv wurde
diese Keramik
eingestuft.
Diese Einstellung änderte sich erst in der zweiten Hälfte des20 Jhdts.
Der Engländer Bernhard Leach hat mit seinem "Töpferbuch" sehr für die Verbreitung
und Anerkennung der
Raku-Keramik in der westlichen Welt gesorgt.
Heute hat sich Raku vom ursprünglichen Verwendungszweck gelöst und es wurden
neue Inhalte und Möglichkeiten hinzugefügt.
Geblieben ist die natürliche Einfachheit und die Faszination im ständigen Kontakt
mit dem eigenen Produkt zu bleiben sowie der intensive Umgang mit Erde, Luft ,
Wasser und Feuer.